Sammler und Ihre Sammlungen


Wolf-Dietrich  -  Radiosammler

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Wolf-Dietrich sammelt seit über 40 Jahren ganz verschiedene Radios. Mittlerweile hat er über 60 Stück in seinem Sammelzimmer bis hoch an die Decke gestapelt. Er hat noch Radios aus seiner Kindheit und Jugend und für ihn haben diese Gegenstände natürlich auch einen emotionalen Wert. Ein Hobby wie das Sammeln kann einem Menschen den Horizont erweitern, interessante Kontakte bieten und sogar Freundschaften stiften. Zum Sammeln von Radios führt auch das Interesse an der Technik. Wolf-Dietrich hat vor seiner Rente als Elektroniker gearbeitet und er hat das Know-How um die Radios selber zu reparieren.

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Herangehensweise bei meinen Shootings

Ich bringe zu jedem Shootingtermin ein leeres weißes Pergamentblatt mit, weil ich mehr über die Person und Ihre Sammlung erfahren möchte. Bevor wir anfangen die Portraits zu machen, steht die Kommunikation im Vordergrund. Meine Kamera ist nur ein Werkzeug, viel entscheidender sind die Geschichte, die Aussage und das Gefühl. Als Fotografin muss ich nicht nur wissen wie meine Technik funktioniert, sondern ich muss eine zwischenmenschliche Ebene schaffen. Wie schafft man es Menschen zu erreichen? Es geht um das Zusammenspiel von grafischer Schlichtheit und der Kraft von Geist und Seele. Das ist Design.  

Gisela  -  Spielzeugsammlerin

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Dem Sammeln antiker Puppen widmen sich Menschen aus Nostalgie und Erinnerung an alte Kinderzeiten, als Antiquitäten- und Kunsthändler aus finanziellem Interesse, der Andere sammelt aus Leidenschaft und gibt keines seiner wertvollen Stücke wieder aus der Hand. Als Kind hat Gisela schon gerne mit Puppen gespielt und mit 14 Jahren bekam sie eine schöne Babypuppe, die ihr sehr am Herzen lag. Je älter Gisela und ihre Geschwister wurden, desto mehr Spielzeug  verschwand  auf dem Dachboden ihres Elternhauses. Vor ungefähr 30 Jahren schlag ihre eigne Tochter vor das alte Spielzeug vom Boden zu holen und in einem ungenutzten Zimmer des Hauses aufzustellen. Ihr war gar nicht mehr bewusst, wie viele wertvolle Dinge sich auf dem Dachboden versteckten. So richtete sie Stück für Stück das leere Zimmer mit alten Puppen, Spielzeugläden und Puppenhäusern ein. Ihre Leidenschaft zu sammeln wurde durch die Idee ihrer Tochter erweckt. In den letzten Jahren hat sie unzählig viele Flohmärkte besucht und über Ebay versuchte sie besondere Raritäten zu ersteigern. Gisela besitzt mittlerweile 156 Puppen, 10 Kaufläden, 4 große Puppenhäuser mit Einrichtung, 3 Pferdeställe und 11 antike Puppenwagen. Von Leere ist in ihrem Sammelzimmer nichts mehr zu spüren und jetzt hat sie kaum noch Platz, um ihre Sammlung erweitern zu können.


Christa   -  Gemälde- und Puppensammlerin

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Die Geschichte des Sammelns

Je mehr ich über die Leidenschaft des Sammelns nachdachte, stellte ich fest dass das Sammeln für unsere Vorfahren sehr wichtig war und in einigen Menschen eventuell immer noch verankert ist. Die Menschen in der Steinzeit mussten ihre Nahrung selber sammeln oder mühselig jagen. Das Jagen von Tieren war Männersache und die Frauen waren für das Sammeln von Pflanzen, Früchten und Wurzeln zuständig. Ursprünglich ist der Drang des Sammelns ein Überlebensinstinkt. Wann sich diese Lebensform hin zum Ackerbau veränderte, ist von Region zu Region unterschiedlich. Vor schätzungsweise 12.000 Jahren wurde die Hacke erfunden. Die Leute auf dem Land begannen, die Flächen, auf denen die Pflanzen wuchsen, entsprechend zu bearbeiten. Der wegweisende Schritt hin zur Landwirtschaft, vollzog sich vermutlich vor etwa 9.500 Jahren im Nahen Osten. Dennoch sammeln Menschen heutzutage immer noch. Wir alle haben schon Nüsse, Waldfrüchte, oder Pilze gesammelt, um den Bestand an verfügbaren Nahrungsmitteln aufzubessern. Außerdem gibt es Leute, die sammeln, was andere wegwerfen, darunter Flaschensammler oder Mülltaucher, die ihre Nahrungsmittel aus den Containern von Supermärkten beziehen. Wenn man genauer über das Thema nachdenkt, merkt man wie viele Arten des Sammelns es gibt. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich der Trend wertvolle Kunst und einzigartige Gegenstände zu sammeln. Selbstverständlich konnten nur die reichen Leute der Bevölkerung diesem Hobby nachgehen. An den Fürstenhöfen dieser Zeit wurden nicht nur Kunstgegenstände gesammelt, sondern auch Naturwissenschaftliches wie Fossilien und Minerale, Skelette und astronomische Geräte. Die Sammlungen der Fürsten wurden in sogenannten Kunst-oder Wunderkammern präsentiert. Die Münchner Kunstkammer war sehr umfangreich bestückt  Bei der Präsentation der Objekte ließ sich der Herzog Albrecht V. von den theoretischen Abhandlungen des Belgiers Samuel Quiccheberg inspirieren. Sein Konzept war ein fünfgliedriges Ordnungssystem, wie ein ideales Museum auszusehen hatte. Je wohlhabender die Bürger wurden, umso mehr widmeten sich dessen Mitglieder der Sammelleidenschaft. Mit der Zeit wurde es immer wichtiger, den Betrachter nicht nur in Erstaunen zu versetzen, sondern ihm etwas über die Zusammenhänge in der Welt zu vermitteln. Die Fürsten wollten früher durch ihre Sammlungen dem normalen Bürgertum Wissen vermitteln. Heute ist die Wissensvermittlung eher Nebensache und das Ziel eines modernen Sammlers ist, eine Universalsammlung zu erstellen. Mit meiner Fotoreportage über Sammler möchte ich den Sammeltrieb des Menschen genauer beleuchten. Wo hat dieser Trieb seinen Ursprung? Als Suche nach "Ordnung im Unübersichtlichen, Zufälligen, Grenzenlosen und Unbekannten" bezeichnet der Kulturwissenschaftler Andreas Grünewald Steiger das Sammeln. 

Sebastian  -  Uhrensammler

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