Ohne Fotografie ist der Moment für immer verloren, so als ob es ihn nie gegeben hätte.

"Richard Avedon"

Hey, mein Name ist Zerina und ich beschäftige mich seit mehreren Jahren mit der Fotografie. Meine Heimatstadt ist Dessau und ich studiere derzeit an der Hochschule-Anhalt integriertes Design. Ich bin mit der Kamera praktisch aufgewachsen, da mein Papa Fotograf ist. Ich kann mich noch an meine erste Begegnung mit der Kamera erinnern. Meine Eltern arbeiteten in unserem Vorgarten und zur Beschäftigung gab mir mein Papa eine Einwegkamera. Ich bin kein großer Fan von Gartenarbeit, daher fiel mir die Entscheidung leicht, dass ich lieber die Tätigkeiten im Vorgarten meiner Eltern dokumentieren würde. Als Kind habe ich die Aufgaben und Fotojobs von meinem Papa oft verfolgt. Da ich ihn gelegentlich bei Fototouren begleitet habe, wurde mein Blick für die richtigen Motive und die beste Perspektive zeitig geschult. Als ich 11 Jahre alt war, sendete ich die ersten gelungenen Bilder weltweit zu Fotowettberwerben. Mein Fleiß zahlte sich aus und ich wurde bei einem internationalen Fotowettbewerb in England Finalist. Mein Foto von der Libelle auf einem knallorangenen Kürbis wurde in einem Buch und in mehreren Magazinen veröffentlicht. Mein bisher größter Erfolg war, dass ich Young Garden Photographer of the Year 2014/2015 in London geworden bin.  Neben meinem Studium in Dessau arbeite ich mittlerweile auch als Fotografin. Ich mache Hochzeitsreportagen in Dessau, Leipzig, Halle oder überall wo Sie wollen. In meinem Fotostudio in Dessau-Ziebigk mache ich Portraitsaufnahmen, Fashionshoots oder auch Produktfotos. Auf meiner Internetseite finden Sie auch Architekturaufnahmen, Abiballfotos und Reportagefotos aus aller Welt. Während meiner Schulzeit am Liborius-Gymnasium habe ich die Balletttänzer des Anhaltischen Theaters mit meiner Kamera begleitet. Ich hoffe, dass ich dem Betrachter mit meinen Aufnahmen die einzigartigen Momente im Ballettsaal des Anhaltischen Theaters näher bringen kann. Fotografieren ist so unglaublich spannend, denn man weiß nie genau, ob das gewünschte Ergebnis entsteht. Die Schwierigkeit ist, dass man immer im richtigen Moment am richtigen Ort sein muss und auch mal Pech mit dem Wetter haben kann. Mein Traum ist es die ganze Welt zu bereisen und mit meinen Bildern Geschichten zu erzählen. Ich habe so viel Respekt vor Fotografen, die alles für ein sensationelles Foto in Kauf nehmen. Als Fotografin braucht man sehr viel Durchhaltevermögen, Talent und Leidenschaft. Ich kann mir keinen schöneren Job für die nächsten 80 Jahre vorstellen. 

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Interview über mein Design-Studium

Zerina Kaps studiert Integriertes Design am Campus Dessau. In einem Interview spricht sie über ihr bislang größtes Filmprojekt und warum ihr Selbstständigkeit bereits im Studium sehr wichtig ist.

 

Zerina, warum studierst Du an der Hochschule Anhalt in Dessau?
Mir war schon sehr zeitig bewusst, dass ich in Richtung Fotografie gehen möchte. Da fand ich das Gesamtpaket Integriertes Design ganz gut.  Und da ich direkt in der Nähe des Bauhauses und der Hochschule aufgewachsen bin, war es für mich auch sehr naheliegend hier zu studieren. Zudem ist es nicht ganz einfach, bezahlbare Fotografie-Studiengänge zu finden. Die künstlerischen Studiengänge in Leipzig oder Berlin, die sich auf reine Kunstfotografie konzentrieren, sind für mich eher realitätsfern. Mit abstrakter Fotografie könnte ich später nicht meinen Lebensunterhalt verdienen. Hier am Campus gibt es erstaunlich gut ausgestattete Werkstätten wie zum Beispiel das Fotostudio, dass über die modernsten Techniken verfügt. Die Liebe zur Fotografie wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Mein Papa ist Fotograf und hat ein eigenes Fotostudio in Dessau.

 

Ist denn jeder für ein Designstudium geeignet?
Mh, das ist eine gute Frage. Man sollte in jedem Fall eine kreative Ader mitbringen, denn neue Ideen sind der Motor für die eigene Arbeit. Wer keine Lust auf immer neue Herausforderungen und Projekte hat, wird sich in einem Designstudium nicht wohl fühlen. Für kreative Studiengänge braucht man eine kleine Prise Talent und zudem ist ein ästhetisches Gespür sehr wichtig.Manchmal glaube ich auch, dass einigen Studierenden noch der letzte Biss für das Studium fehlt - dabei ist Zielstrebigkeit sehr wichtig. Ich würde mir wünschen, dass die Professorinnen und Professoren uns Studierende noch mehr aufs Leben vorbereiten.

 

Was bedeutet für Dich „aufs Leben vorbereiten“?

 

Kundenkontakt, Pünktlichkeit, zeitgemäße Abgaben. Wenn man später selbstständig ist, sollte man das Ziel haben, der oder die Beste zu sein, um Aufträge zu erhalten. Ein kleiner Konkurrenzkampf bereits im Studium fände ich ganz gut. Im echten Leben ist das nicht anders.

 

Was war das Spannendste was Du bisher in Deinem Studium erlebt hast?

Das Großprojekt im Sommersemester 2020 mit Professor Hartmann. Wir sollten einen Kurzfilm zum Thema „Corona-Clip-Collage“ drehen. Aus Filme oder Teile von Filmen, die aus „Found Footage“, also aus gefundenem Material bestehen, sollten wir durch die Integration von neuem Filmmaterial eine andere Bedeutung erzielen. Die Herausforderung bestand allerdings darin, alles allein von Zuhause aus zu erarbeiten. Da wir uns coronabedingt nicht treffen durften, verabredeten wir uns regelmäßig zu Online-Meetings. Doch schon zu Beginn des Projektes stand für mich fest, dass ich das Material zum Video selber produzieren möchte und nichts Fremdes aus dem Netz nutze. Professor Hartmann ließ mir hierfür freie Hand. Weil ich während meiner Schulzeit oft im Anhaltischen-Theater war, um den Tänzern bei ihren Bewegungsabläufen zuzuschauen, lag es für mich nahe mein erstes Videoprojekt dem Ballett zu widmen. Das Schöne an der Zusammenarbeit mit Tänzerinnen und Tänzern ist, dass sie keine Hemmungen und Berührungsängste haben und mit der Kamera spielen können und wissen wie sie sich in Szene zu setzen haben. In meinem Kurzfilm spielen drei internationale Tänzer die Hauptrolle. Sie erzählen über ihre Ängste und Sorgen während der Corona-Krise. Für einen Leistungssportler ist die tägliche Dosis Sport enorm wichtig. Leonor, Cristiana und Marcos hatten während der Pandemie keine Möglichkeit, im Ballettsaal zu trainieren. Sie konnten sich nur draußen an der frischen Luft fit halten oder Zuhause in den eigenen vier Wänden üben. Für sie war die Isolation eine harte Zeit, denn nicht nur die täglichen wichtigen Bewegungsabläufe haben gefehlt, hinzu kam noch die Entfernung zu ihren Familien in Italien, Spanien und Brasilien. Für mich war es das größte und aufwendigste Projekt - gerade weil ich noch nie professionell gefilmt habe. Dadurch habe ich viel über die Herangehensweise kennengelernt. Dass man zum Beispiel nicht einfach loslegt, sondern die einzelnen Abläufe und Szenen vorausschauend plant und koordiniert.

 

Wie geht es nach dem Bachelor für Dich weiter?

Für meinen Master würde ich gern in eine andere Stadt ziehen. Mein Ziel ist es, mich auf die Bereiche Fotografie und Video zu konzentrieren. Im Bachelor ist es gut, wenn man von allen Sachen etwas lernt. Später sollte man sich spezialisieren. Ich habe mich schon umgeschaut, was es für Studiengänge in Deutschland gibt, bin mir aber noch nicht ganz sicher, wo ich studieren werde. 

 

Ein Tipp vom Profi: Was braucht man, um gut zu fotografieren?

Was mir sehr viel geholfen hat ist, dass ich mir von klein auf ganz viele Ausstellungen mit meinen Eltern angeschaut habe. Zu Schauen wie es andere machen, schult den Blick. Die richtige Sichtweise oder Perspektive zu finden, ist für viele ein Problem. Dazu sollte man seine Technik beherrschen. Meine Empfehlung ist, sich an berühmten Fotografen oder Malern zu orientieren - natürlich nichts nachmachen. Ich kaufe mir zum Beispiel ständig neue Bildbände und versuche die Arbeiten darin zu durchschauen.